Der Süden Jütlands ist ländlich geprägt. Wenn man durch die Dörfer fährt, kommt man an prächtigen bäuerlichen Anwesen vorbei, die Ruhe, Tradition und eine gewisse geerdete Atmosphäre ausstrahlen. Auch wenn die Ostseeküste dichter besiedelt ist als der Rest des Landes, sind die Städte dort eher klein und gemütlich, meist mit einer netten Altstadt, einem Rest Kopfsteinpflaster und kleinem Läden, die sich angenehm von der europäischen "Standard-Fußgängerzone" mit den üblichen Verdächtigen Franchise-Filialen abheben.
Sehr schön fand ich persönlich Kolding. Eine kleine Studentenstadt, mit Designschule. Dort gab es für die ganze Familie jede Menge Angebote, abgesehen von einer netten Fußgängerzone und historischem Rahmen. Im Nikolai-Projekt wurde in fünf Häusern zu den Themen Design, Film und Kunst ausgestellt. Wir haben leider nur das Nikolai-Projekt für Kinder "geschafft", aber das war auch schon toll. Kunst zum mitmachen, Requisiten zum Verkleiden, Räume zum Bewegen, zum Ausruhen und zum Spielen - alles mit viel Liebe und Phantasie gestaltet. Großen Erholungswert hatte auch der Lege-Parken. Ein großer Spielplatz mit Tretbooten, Ruderbooten, Minigolf und einem Parcours für Mooncars (ähnlich wie Kettcars, aber mit Hebeln zum Lenken). - Komplett kostenlos und einfach nett. Für einen Regentag lädt das Schlossseebad zu einem Besuch ein und wer dann noch nicht genug von der Stadt hat, der kann im Storecenter einem Einkaufcentrum auf der grünen Wiese shoppen bis der Arzt kommt.
Für Familien ist ein Besuch im Legoland in Bilund schon fast Pflichtprogramm. Viele Ferienhausanbieter verkaufen direkt vergünstigte Eintrittskarten und wenn man sich sein Proviant mitbringt, dann ist man mit vier Personen für 100 Euro dabei. Das ist zwar eine Menge Geld, aber auch ein absoluter Höhepunkt im Urlaub, von dem alle noch lange was erzählen werden. Wer dann noch nicht genug hat von Freizeitparks, dem sei das Danfoss Universe in Nordborg empfohlen. Es eignet sich für Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter. In dem Park werden physikalische Phänomene anschaulich erklärt und erlebbar gemacht. Auch hierfür gibt es Rabatte für viele Ferienhausbucher. Und an einem Regentag kann man sich das Kunstmuseum Trapholt vornehmen, das bildende Kunst, Design, Kunsthandwerk und Möbel zeigt. Mit vielen "Anfassbereichen", Spielen und Aufgaben ist es auch durchaus für Kinder attraktiv.
Die Natur hat auch zu jeder Jahreszeit ihrer Reize zu bieten. Für Radfahrer lohnt sich der Ostseeküstenradweg, der gut ausgeschildert und sehr abwechslungsreich ist. Er führt durch die recht hügelige Landschaft, immer wieder durch Wälder und Wiesen und natürlich wo es geht an die Küste. Im Sommer lässt sich so, wenn man sich gut warm geradelt hat, immer mal wieder eine Abkühlung in der Ostsee einbauen. Die Strände sind recht unterschiedlich. Vereinzelt gibt es richtig gute Sandstrände, meist sind die Sandstrände eher schmal und mit kleinen Kieseln gemischt und einige Teile der Küste sind auch ganz steinig, teilweise mit Steilküste. Wer ein wenig sucht kann auf alle Fälle noch eine einsame Bucht für sich ganz allein finden und vor allem bleibt das Wasser an der Ostsee immer da, denn Ebbe und Flut sind hier nur minimal ausgeprägt. In der Nähe von Kolding gibt es ein schönes Wegenetz entlang einer stillgelegten Bahntrasse: der Troldhede-Weg, der durch tiefe Bachtäler nordwestlich der Stadt führt.
Für ausgedehnte Spaziergänge bieten sich auch viele Wege. Schön ist eine Tour durch Skamlingsbanken, einer hügeligen Waldlandschaft direkt an der Küste unweit von Kolding. Ebenfalls bei Kolding liegen die Stenderup-Wälder, direkt am Kolding Fjord und an der Küste. Dort gibt es diverse markierte Wanderwege. Karten gibt es kostenlos in den Touristoffices.
Auch Harderslev lohnt einen Besuch. Die gut erhaltene Altstadt bietet zum Beispiel eine wunderbare Kulisse für den Nachtwächter, der hier im Juli und August jeden Abend seine Runde dreht. Mit dem Rad oder zu Fuß sollte man sich einmal auf die Tunneltalwege begeben, ein Netz schmaler Wege und Pfade, mit denen man die Natur des Tunneltals nahe Hardeslev erleben kann.
Weiter nördlich am Übergang zu Fünen liegt Fredericia. Die alte Festungsstadt hat in der Geschichte Dänemarks eine wichtige Rolle gespielt. Die guterhaltenen Festungen und Kanonen erzählen davon und in jedem Jahr wird am 5. und 6. Juli ein historisches Stadtfest gefeiert. Ebenso wie in Kolding gibt es auch hier einen kostenlosen Spielpark für Kinder mit vielen Attraktionen und sogar einem kleinen Zoo und einer Abenteuergrotte. Im Sommer werden zahlreiche kostenlose Aktionen für Kinder organisiert.
© info-tekt 2008 - Informationsarchitektur - Impressum